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Mittwoch, 6. Februar 2019, 09:19

Kalk liebende Amorphophallus Arten

Hallo zusammen :D

Es gibt ja diverse Amorphophallus Arten, die auf bzw. zwischen Kalkfelsen wachsen. Ich überleg Muschelgrit in´s Substrat zu mischen, evtl auch Algenkalk. Sinnvoll oder eher nicht?

Ausserdem gibt´s ja auch welche, wie zb. variabilis - die tonige Erde mögen. Hab letztes Jahr ein wenig Teicherde zu gemischt. Würd´s diese Saison auch mal mit Lehmpulver probieren.

Wie handhabt ihr das?

Vlg, Sonja

Ortwin

Fortgeschrittener

Beiträge: 200

Wohnort: Gelnhausen

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2

Mittwoch, 6. Februar 2019, 12:08

Hallo Sonja,
ich verwende bei den außertropischen Arten immer mein gleiches luftiges Standardgemisch (normale Kübelpflanzenerde mit 30% Lavasteinchen). Bei den tropischen Arten habe ich mit reinem Kokohum die besten Erfahrungen gemacht.

Ob es Sinn macht bei kalkliebenden Arten noch Muschelgrit hinzuzufügen, bin ich überfragt. (Welche Arten wären das denn?)

Ich würde es an Deiner Stelle mit einigen Knollen mal versuchen, die Du über hast und sehen, ob es was bringt.
Viele Aronstabgewächse sind meiner Erfahrung nach viel substratunabhängiger als man glaubt.
Hier wird jeder im Forum so seine eigene Mischung haben mit der es funktioniert.
Viele Grüße
Ortwin

3

Mittwoch, 6. Februar 2019, 17:26

Danke Ortwin für deine Antwort :-D
Speziell hätte ich zb. an natolii gedacht, was den Kalk angeht...

4

Mittwoch, 6. Februar 2019, 18:01

Ich hab in jedem Topf unten eine Drainageschicht aus Marmor- oder Kalksplitt, bzw. Granit- oder Lavasplitt, je nachdem welche Bodenbeschaffenheit in der Natur bevorzugt wird, soweit bekannt ist. Die eburneus-Gruppe ist z.B. ausgesprochen kakliebend (außer infundibuliformis). Wenn ich mir nicht sicher bin, dann tendiere ich zu Lava oder einem Gemisch, da das fehlen von Kalk weniger wachstumshemmend ist als ein zuviel an Kalk bei Arten, die ihn nicht vertragen. Untermischen tu ich den Kalk nicht, da der Splitt sehr scharfkantig ist und ich fürchte, dass die Knollen dadurch verletzt werden könnten. Außerdem wachsen die Wurzeln ja sowieso nach unten.
Liebe Grüße
Michael

5

Mittwoch, 6. Februar 2019, 18:48

Hallo Sonja,
Ich hatte diesbezüglich auch schon eine interessante Diskussion. Da ging es um Helicodicerus...ein guter Freund erzählte mir, das diese Art zwar in kalkhaltigen porösen Regionen wächst, dort jedoch ausschließlich in den humusreichen Spalten und Löchern.

Davor habe ich meine Helicodicerus in sehr sandige, kalkreiche Erde gepflanzt, doch trotz wöchentlicher Düngung und ausreichend Licht war das Knollen Wachstum erbärmlich. Auch meine ich schon gelesen zu haben, das viele mit einer humösen Mischung erfolgreich sind. Kalk als Zugabe ist hier wohl keine gute Idee.

Auch bei den Karnivoren gibt es Arten, die auf sehr kalkhaltigen Böden wachsen. Doch in Kultur hat es sich nicht bewährt, entsprechende Mischungen zu verwenden....oftmals ist es ausreichend, für gutes Licht und entsprechende Temperaturen zu sorgen.

Eventuell ist Michaels Ansatz mit der Drainageschicht eine Lösung. Hier wäre es gut, wenn man Vergleiche hätte.

Viele Grüße Ralf

6

Mittwoch, 6. Februar 2019, 18:50

Näheres zu der eburneus-Gruppe hier:

https://www.nparks.gov.sg/sbg/research/p…0&SearchSubmit=

Der Artikel in 2010, Vol. 61 (2) unter "more details" zum download..

Happy reading, Bernhard.

7

Mittwoch, 6. Februar 2019, 19:37

Bernhard da gibts doch mehrere Artikel.


Edit: Scheint wohl

Zitat

Boyce, P.C., I.B. Ipor and W.L.A. Hetterscheid
A Review of the White-flowered Amorphophallus (Araceae: Thomsonieae) Species in Sarawak [Page 249 - 268]
gemeint zu sein.

8

Mittwoch, 6. Februar 2019, 23:04

... genau, hatte ich versäumt dazuzuschreiben, dass es der 3. Artikel ist, wenn ich mich nun recht erinnere.....

9

Mittwoch, 6. Februar 2019, 23:32

Interessant :D
Und bezüglich der Lehm - Vorlieben?

Bisher hab ich das nur bei Am. variabilis mit nem Zusatz von Teicherde versucht. Es waren Sämlingspflanzen. Generell war schon zu bemerken, dass die mit der Teicherde größere Knollen gebildet haben, vor allem wenn sie in etwas größeren Töpfen saßen...
Dann gäb es ja zb. auch die Möglichkeit Tongranulat, bzw. Tonpulver zu zu setzen...

10

Donnerstag, 7. Februar 2019, 07:46

Danke Bernhard für die Quelle, genau darauf hab ich mich bezogen.
eburneus und juliae wachsen bisher sehr gut mit Marmordrainage in Sphagnum; hoffe das bleibt so.

Sonja, Lehm hab ich noch nie versucht, ich hätte Angst, dass mir der ´das Substrat zu sehr verdichtet (kann aber falsch sein). Ich würde das Granulat nehmen. Tonpulver ist einfach getrockneter Lehm, vermute ich mal?

Michael

11

Donnerstag, 7. Februar 2019, 07:52

Tonpulver ist einfach getrockneter Lehm, vermute ich mal?
Nein

Lehm
Ton

12

Donnerstag, 7. Februar 2019, 08:24

Danke Thomas, das war mir nicht klar. Zu Schichtsilikaten gab es ich glaub bezüglich Seramis mal einen sehr informativen Post, hab den aber jetzt auf die Schnelle nicht gefunden.
Michael

13

Donnerstag, 7. Februar 2019, 12:40

:icon_confusednew: Hab ich mal wieder Verwirrung gestiftet - ich meinte natürlich Lehmpulver, so wie es zb. in der Terraristik Einsatz findet. Und im Lehm ist natürlich auch Ton enthalten - was ich auf die Schnelle bei Mistkäfers Link gelesen hab:


"Tone unterschiedlichster Zusammensetzungen werden seit prähistorischen Zeiten zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Die Wirkungsmechanismen sind im Detail oft kaum verstanden. In erster Linie wird die hohe Adsorptionskapazität der sehr feinkörnigen Schichtsilikate als Erklärung für die beobachteten Heilwirkungen angeführt. Einerseits können an die Mineraloberflächen gebundene Nährstoffe abgegeben werden, andererseits können Giftstoffe von den Tonmineralen absorbiert und so neutralisiert werden."


Bei den Substratanforderungen der Arten liest man extrem häuftig - loamy soil, added loam... Ich würd ja gern auf Lehmhaltigen Boden vor Ort zurück greifen, den hab ich hier aber nicht - deswegen die Überlegungen mit dem Lehmpulver/Teicherde oder ähnliches ;)


Grüße an Alle :-D

14

Freitag, 8. Februar 2019, 11:54

Hallo Sonja,
Verwirrung ist immer gut! "Loamy soil" liest man zwar, aber nie, welche der Eigenschaften für die Pflanzen nun wirklich entscheidend sind; ist es die tatsächliche Zusammensetzung der Metallionen, die Konsistenz des Lehms, oder im Gegensatz zu limestone/Kalkstein nur die Tendenz ins saure bzw. basische Milieu... für meinen Hausgebrauch beschränke ich mich auf letzteres. Soviel zu Verwirrung!
Michael

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